Deutscher Gewerkschaftsbund

Stuttgart: Stadtteilerkundungen zum Widerstand gegen Hitler und Krieg

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Die Spaziergänge in den Stadtteilen Ost, Süd sowie Rot und Zuffenhausen lenken die Aufmerksamkeit auf Menschen, die von den Nazis ermordet, verfolgt und vertrieben wurden, weil sie sich nicht anpassen wollten, dem Regime die Gefolgschaft verweigerten und aufbegehrten oder organisiert Widerstand leisteten. Ihre Verfolgung wurde von der Gestapo im Hotel Silber organisiert. Ihre Schicksale zeigen ein breites und facettenreiches Bild vom Widerstand gegen Hitler und Krieg.

  • Stuttgart Ost:
    Mit Gudrun D. Greth
    Treffpunkt 17:00 Uhr vor der Apotheke am Ostenplatz
    Auf den Spuren des Jugendwiderstands in Arbeitersportvereinen, Waldheimen, Naturfreunden und Parteien bewegt sich der Gang durch den „Roten Osten“ zu Lebens-, Wohn- und Wirkungs-orten von Josef Steidle (1908-1938,verurteilt und ermordet mit Lilo Hermann und Artur Göritz), Hermann Seitz (1907-1944, Schlotterbeck-Gruppe), Theodor Decker (1901-1940, Ideengeber des Kabelattentats), Heinrich Baumann (1883-1945,KPD-Stadtrat und Waldheim-Vorstand) sowie Karl Pfizenmaier und Hans Gasparitsch (beide überlebten im Widerstand). Von der Ostheimer Schule – wo der verfolgten Kinder aus jüdischen, kommunistischen und Sinti-Familien und etwa 800 Kriegsgefangenen gedacht wird – führt der Weg über den OrtdesKabelattentats in die Villastraße, wo die 2 ½ stündige Tour am Stolperstein für Elisabeth Schikora (1908-1944,„Gruppe G“) endet.
  • Stuttgart Süd:
    Mit Werner Schmidt
    Treffpunkt um  17:00 Uhr  vor der Matthäuskirche am Erwin-Schoettle-Platz
    Plätze, Häuser, Straßen und Stolpersteine erinnern an den politischen und auch religiös motivierten Widerstand gegen die Nazis in der Arbeitervorstadt Heslach. Die Tour beginnt am nach dem Sozialdemokraten Erwin Schoettle (1899-1976) benannten Platz, wo in der NS-Zeit mit Eugen Müller (1876-1938)und Gottlob Faber (1878-1956) auch zwei widerständige Pfarrer wirkten. Die Wohnung von Naturfreund Karl Maier im „Eiernest“, in der im Februar 1933 das Flugblatt zum Kabelattentat entstand, und der Stolperstein in der Möhringer Str. 71 für den Journalisten Alfred Broghammer (1911-1943, verfolgt wegen „bündischer Umtriebe“) sind einige der weiteren Stationen. Die Führung endet nach 2 ½ Stunden in der Adlerstr. 24 am Stolperstein für Else Himmelheber (1905-1944, Kommunistin und Mitglied der Schlotterbeck-Gruppe).
  • Rot und Zuffenhausen:
    Mit Inge und Diethard Möller
    Treffpunkt um 16 Uhr am Bürgerhaus Rot, Auricher Straße 34A
    In Stuttgart-Rot und in Zuffenhausen gab es spürbaren politischen Widerstand, vor allem am Malberg und im Kelterviertel. Der etwa 1 ½ -stündige Rundgang führt zu Stellen, wo Stolpersteine für politische Opfer des NS-Regimes verlegt wurden. Einige waren Kommunisten wie Karl Holzlehner (1901-1948), Erwin Winkler (1906-1941), Karl Rumberger (1908-1944) oder Julius Noppel (1907-1943). Andere waren Sozialdemokraten wie das jüdische Ehepaar Berta und Siegfried Sander (beide 1942 ermordet), die doppelt verfolgt wurden. Widerstand gab es auch unter evangelischen Pfarrern in Zuffenhausen, die Juden im Pfarrhaus in der Unterländer Str. 65 versteckten.

Anmeldung über anmeldung@hotel-silber.de

 

Bild Veranstaltung 20.07.22

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