Deutscher Gewerkschaftsbund

Rückblick: Demo Solidarischer Herbst in Stuttgart

iCal Download

Großartiges Wetter, tolle Stimmung und klare Ansagen - so sah die Demo zum Solidarischen Herbst in Stuttgart aus! Viertausend Menschen kamen am Mittag auf den Schlossplatz um für ein solidarisches Miteinander, das Abfedern von rasant steigenden Preisen und eine ökologisch-soziale Zukunft zu demonstrieren. Die Redner*innen von u.a. DGB, BUND und Paritätischem machten klar, dass wir es nicht hinnehmen werden, auf den Krisenkosten sitzen zu bleiben. Angesichts der Klimakatastrophe wollen wir dabei das Soziale nicht gegen das Ökologische ausgespielt sehen.

Für den DGB Baden-Württemberg betonte der Landesvorsitzende Kai Burmeister, dass die bisherigen Maßnahmen der Politik zwar richtig und wichtig waren, aber bei weitem nicht ausreichen. Er forderte deshalb ein zusätzliches Energiegeld von 500 Euro pro Person. Außerdem müsse auch endlich die Landesregierung ihrer Verantwortung gegenüber den Menschen im Land gerecht werden und die Menschen spürbar entlasten.

Nach der Kundgebung, auf der durch die Ska-Band No Sports für gute Stimmung gesorgt wurde, ging es auf eine kleine, aber feine Demonstration durch die Stuttgarter Innenstadt. Die Teilnehmenden, aufgerufen von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis, machten bunt und laut auf ihre Forderungen aufmerksam.

Natürlich hört unser solidarischer Herbst mit der Demo nicht auf. Wir bleiben am Ball für die Menschen im Land! Aber nun erstmal danke an alle, die heute dabei waren!

 

Hier noch ein paar Eindrücke von Kundgebung und Demo in der Bildergalerie:

 

Ursprüngliche Ankündigung

In diesem Herbst treffen uns die Folgen von Putins Angriffskrieg mit voller Wucht: Viele von uns wissen nicht, wie sie Gas- und Stromrechnung bezahlen sollen. Etliche haben sogar Angst, ihre Wohnung zu verlieren und vom gesellschaftlichen Leben weiter ausgeschlossen zu werden – weil alles teurer wird, Löhne und Transferleistungen reichen nicht mehr aus. In dieser Krise stehen wir solidarisch an der Seite der Ukraine. Doch wir brauchen jetzt eine solidarische Politik auch bei uns, die gleichzeitig die Weichen stellt, um die Abhängigkeit von fossilen Energien zu beenden.

Für Millionen Menschen braucht es in dieser Krise verlässliche Entlastungen, Unterstützung und soziale Sicherheit, um nicht auf der Strecke zu bleiben. Gleichzeitig drohen die langfristigen Klima- und Umweltkrisen ins Hintertreffen zu geraten. Wir können es uns nicht leisten, Investitionen aufzuschieben, die uns endlich unabhängig machen von fossilen Energien und unsere bedrohten Lebensgrundlagen schützen – vom Klima bis zur Artenvielfalt. Die Regierung darf Soziales und Ökologisches nicht gegeneinander ausspielen. Sie muss beides anpacken, damit wir alle sicher durch diese Krise kommen.

Solidarische Politik heißt auch: Um diese Anstrengungen zu finanzieren, müssen all jene beitragen, die es sich leisten können. Wie schon in der Corona-Pandemie sind die Vermögen der Reichsten noch gewachsen, viele Konzerne und Banken fahren gewaltige Übergewinne ein. Die Ampel muss Vermögende und Krisengewinnler zur Solidarität verpflichten und endlich angemessen belasten – damit der Staat gezielt entlasten und in unsere Zukunft investieren kann.

Ob es in diesem Winter gelingt, unsere Gesellschaft vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren und gleichzeitig die klimapolitischen Weichen zu stellen – das hängt entscheidend davon ab, wie viel Solidarität die Ampel einzufordern bereit ist. Sie hat es in der Hand, wie dieser Winter wird: Einer der Verzweiflung und Wut. Oder einer mit neuer Zuversicht für eine sozial gerechtere, ökologische und lebenswerte Zukunft.

Bisher wird in der Ampel ein konsequenter, solidarischer Wandel blockiert. Das wollen wir ändern. Gemeinsam gehen wir auf die Straßen – für solidarische Politik und Klimaschutz, gegen Spaltung und Hetze! Mit tausenden Menschen in 6 Städten fordern wir am Samstag, den 22. Oktober …

  • … zielgerichtete Entlastungen für jene, die Unterstützung dringend brauchen: einen Mietenstopp, ein höheres Bürgergeld, eine 500-Euro-Brutto-Soforthilfe, eine bezahlbare Nachfolge für das 9-Euro-Ticket und einen Schutzschirm für die Daseinsvorsorge – von Stadtwerken und Schulen bis zu Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen.
  • … eine Gesamtstrategie für eine nachhaltige, bezahlbare Grundversorgung: Energie, Mobilität, Ernährung und Wohnen sowie soziale und kulturelle Teilhabe muss für alle bezahlbar sein.
  • … massive Investitionen, um uns für die Zukunft krisenfest zu machen: einen Schub für den naturverträglichen Ausbau Erneuerbarer Energien, dauerhafte Energieeinsparungen und Gebäudesanierung, groß angelegter Ausbau klimafreundlicher Infrastruktur wie dem öffentlichen Nahverkehr und die Förderung der Ökologisierung der Landwirtschaft.

All diese Herausforderungen können wir nur stemmen, wenn wir eine grundlegende Wende in der Finanz- und Haushaltspolitik vornehmen. Dazu braucht es eine Übergewinnsteuer für Konzerne und eine Vermögensbesteuerung für die Reichsten – sowie ein erneutes Aussetzen der Schuldenbremse und ein Abbau klimaschädlicher Subventionen.

https://www.solidarischer-herbst.de

 

Zum Herunterladen und Weiterleiten:

Bild 1 Solidarischer Herbst

DGB-Region Stuttgart

Bild 2 Solidarischer Herbst

DGB-Region Stuttgart


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis