Deutscher Gewerkschaftsbund

08.05.2024

Gemeinsam gegen Armut in Stuttgart

Stuttgart sieht sich selbst gerne als die Stadt der Luxusautos und des bürgerlichen Wohlstands. Zur Stadt gehört aber auch, dass 8,9 Prozent der Menschen in Armut leben oder armutsgefährdet sind (insgesamt fast 15 Prozent, laut 7. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung), dass jede*r fünfte Einwohner*in mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Miete ausgeben müssen, dass im Dezember 2023 laut Arbeitsagentur Stuttgart über 40.000 erwerbsfähige Menschen SGB II-Bezieher*innen waren (dazu kommen noch über 15 500 nichterwerbsfähige SGB II-Leistungsbezieher*Innen). Im SGB II wurden im Dezember 2023 9 182 Langzeitarbeitslose und insgesamt 25 949 Arbeitslose in der Unterbeschäftigung gezählt. Ihnen und ihren Familien müssen Politik und Gesellschaft mehr Aufmerksamkeit widmen und niederschwellige Unterstützung geben, um eine echte gesellschaftliche Teilhabe am Leben der Stadtgesellschaft zu ermöglichen und eine dauerhafte Ausgrenzung zu vermeiden.

  • Pressemitteilung zur Bündnisgründung am 26. Februar 2024

    Gründung des Bündnisses „Gemeinsam gegen Armut in Stuttgart“

    In der Vesperkirche kamen heute Vertreterinnen und Vertreter von Sozialverbänden, Hilfevereinen und Gewerkschaften zusammen, um das Bündnis „Gemeinsam gegen Armut in Stuttgart“ zu gründen.

    Auch in der reichen Stadt Stuttgart leben viele Menschen in Armut. Das Bündnis macht sich zur Aufgabe, diese sichtbar zu machen und von der Stadtverwaltung und vom Gemeinderat Maßnahmen zu fordern, die Armut verhindert oder überwindet. In einem gemeinsamen Positionspapier werden Armutsgründe von zu hohen Mieten und Gesundheitskosten über Niedriglöhne und mangelnde Bildungs- und Betreuungsangebote benannt. Im Vorfeld der Kommunalwahlen wird das Bündnis insbesondere kommunalpolitische Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und deren Umsetzung einfordern. Zu den Forderungen des Positionspapiers gehören die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, die Ermöglichung von Erwerbstätigkeit durch bessere Betreuungs-, Bildungs- und Pflegeangebote sowie die Verbesserung von Beschäftigungs- und Integrationsmöglichkeiten für Menschen, eine Großstadtzulage für Bürgergeldbezieher*innen sowie eine unabhängige und niedrigschwellige Anlauf- und Beratungsstelle.

    Das Bündnis wird über die Wahlen im Juni hinaus aktiv die Überwindung von Armut auf allen politischen Ebenen thematisieren und die politisch Verantwortlichen in die Pflicht nehmen.

    Armut bedeutet nicht nur für die Betroffenen faktisch einen Ausschluss von der gesellschaftlichen und politischen Teilhabe, sondern birgt auch die Gefahr, das Vertrauen in die Verlässlichkeit demokratischer Verfahren zu erschüttern. Armutsbekämpfung ist deshalb immer auch Arbeit für die Demokratie. Diesen Zusammenhang wird das Bündnis am 15. Mai in einer gemeinsamen Veranstaltung mit Dr. Dorothee Spannagel  vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler-Stiftung und Vertreter*innen von Gemeinderatsfraktionen diskutieren.

    Am Bündnis „Gemeinsam gegen Armut in Stuttgart“ beteiligen sich Vesperkirche Stuttgart, Sozialunternehmen Neue Arbeit, Straßen-Universität Stuttgart, Schwäbische Tafel Stuttgart e.V., Deutscher Gewerkschaftsbund Stadtverband Stuttgart (DGB), Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (kda), katholische Betriebsseelsorge Stuttgart, BASIS e.V., Erwerbslosenausschuss ver.di Bezirk Stuttgart, Ambulante Hilfe Stuttgart e.V.

Bild vom Gründungstreffen am 26. Februar 2024

Gemeinsam gegen Armut in Stuttgart

Positionspapier

Das vollständige Positionspapier zur Bündnisgründung gibt es hier zum Download:

Mitglieder des Bündnisses

Dem Bündnis gehören folgende Organisationen an:

Downloads

Logo-Variationen Gemeinsam gegen Armut in Stuttgart

Gemeinsam gegen Armut in Stuttgart

Das Logo des Bündnisses betont unsere Kernwerte: Solidarität, Kooperation und Vielfalt. Die Farben stammen aus den Logos der Gründungsorganisationen.

Damit es digital und in Printmedien sowohl beim Layout als auch mit Blick auf die Hintergrundfarbe möglichst flexibel eingesetzt werden kann, gibt es das Logo in vier Variationen. Das Logo wurde von Andre Fricke von der DGB-Region Stuttgart erstellt.

Logo für den Web-Einsatz (PNG) (ZIP, 220 kB)

Logo des Bündnisses Gemeinsam gegen Armut in Stuttgart in vier Varianten (jeweils in hell und dunkel sowie in rund und breit) im PNG-Format

Logo für den Druck (SVG/vektorisiert) (ZIP, 27 kB)

Logo des Bündnisses Gemeinsam gegen Armut in Stuttgart in vier Varianten (jeweils in hell und dunkel sowie in rund und breit) im SVG-Format zur Verwendung in Printmaterialien

Ansprechperson

Portrait Julia Friedrich

DGB-Region Stuttgart / Foto: Anna Sieger

Julia Friedrich

Regionsgeschäftsführerin

Betreuung Stadtverband Stuttgart, Arbeitsmarkt-, Struktur- & Handwerkspolitik

Tel.: 0711 2028-236

E-Mail: julia.friedrich@dgb.de


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