Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 01-07 - 20.07.2022

Der Umstieg erfordert zuverlässige Verbindungen

Der DGB in der Region Stuttgart unterstützt das Ansinnen, die Fahrgastzahlen des öffentlichen Nahverkehrs bis 2030 zu verdoppeln. Der Großteil des Verkehrsaufkommens ist berufsbezogen und aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes werden die Pendelstrecken in der Region zukünftig eher noch länger werden. Die Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort sowie die Verbindung zwischen beiden, ist für viele Beschäftigten zu wichtigen Kriterien und deshalb ein zentraler Aspekt für die Maßnahmen zum Erreichender Umstiegsziele für die Mobilität geworden. Angesichts des zunehmenden Fach- und Arbeitskräftemangels sollten sie in den politischen Weichenstellungen stärker berücksichtigt werden.

Die Vorsitzenden der DGB Stadt- und Kreisverbände in der Region sind sich einig, dass für einen Umstieg vom Auto zum ÖPNV das Angebot verlässlicher und besser werden muss. Wer morgens pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen muss, braucht verlässliche Wegezeiten, eine dichte Taktung mit guten Anschlüssen und eine einfache Handhabung. Und auch wer eine Gleitzeitregelung nutzen kann, will seine Zeit nicht „auf der Strecke“ vergeuden.

Derzeit erlebt die Region Stuttgart leider das Gegenteil von Verlässlichkeit: bei Zügen, S- und U-Bahnen sowie Bussen sind bei Berufspendlern Geduld und Improvisationstalent nötig. Beispiele sind die Buslinie 705 in Böblingen, die Murrbahn und die S-Bahnlinien. Damit leistet man der Mobilitätswende einen Bärendienst!

Die Ursachen sehen die Gewerkschafter im über Jahrzehnte angelaufenen Investitionsstau in die Infrastruktur sowie nicht konkurrenzfähigen Arbeitsbedingungen im öffentlichen Verkehr.

Die Politik muss endlich die Investitionsbremse lösen und die politisch wie gesellschaftlich gewollte Mobilitätswende konkret voranbringen und ausfinanzieren. Modelle zur Finanzierung durch Dritte sieht der DGB in der Region kritisch: wer wegen schlechter Anbindung auf das Auto angewiesen bleibt, darf nicht zusätzlich zu Kasse gebeten werden!

Zuerst muss das Angebot so ausgebaut werden, dass Beschäftigte den Arbeitsplatz mit dem ÖPNV erreichen können. Das landesweite 365 Euro-Ticket für Schüler*innen, Studierende und Azubis ist ein richtiger Schritt. Das Land sollte aber aus Sicht des DGB die Finanzierung vollständig gewährleisten und das Angebot für alle öffnen. Somit könnten die richtigen Lehren aus dem 9-Euro-Ticket gezogen werden.

Schädlich sind nach der Erfahrung der Gewerkschafter ebenso Ausschreibungen von Land und Kommunen, die einen Dumpingwettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten im Verkehrsbereich zulassen. Der Fachkräftemangel im Verkehrssektor kann unter solchen Rahmenbedingungen nicht behoben werden. Wer die Mobilitätswende und einen attraktiven ÖPNV will, muss dafür sorgen, dass in diesen Bereichen „gute Arbeit“ mit fairer Bezahlung, guten Arbeitsbedingungen und betriebliche Mitbestimmung selbstverständlich sind.

Die DGB Region Stuttgart besteht aus 5 Stadt- und Kreisverbänden, deren Vorsitzenden alle vier Jahre aus dem Kreis der Gewerkschaften gewählt werden und ehrenamtlich tätig sind. Sie werden von der Geschäftsstelle in Stuttgart unterstützt.

 

Die Vorsitzenden sind:

Kreisverband Böblingen: Georg Patzek
Kreisverband Esslingen-Göppingen: Martin Auerbach
Kreisverband Ludwigsburg: Stefano Purificato
Kreisverband Rems-Murr: Matthias Fuchs
Stadtverband Stuttgart: Udo Lutz

 

 

Für Nachfragen:

Portrait Julia Friedrich 2022

DGB-Region Stuttgart / Julia Friedrich

Julia Friedrich

Regionsgeschäftsführerin

Betreuung Stadtverband Stuttgart, Arbeitsmarkt-, Struktur- & Handwerkspolitik

Tel.: 0711 2028-236

E-Mail: julia.friedrich@dgb.de


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